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Führung und Dominanz

Hier haben wir ein grosses ungenutztes Potenzial, von der Natur zu lernen.

In einer Herde ist das dominanteste Tier nie das gleiche Pferd, welches die Herde führt, wie es in der menschlichen Welt so oft der Fall ist.

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Diejenigen, die gefürchtet sind, geniessen auch das geringste Vertrauen, da sie andere einschüchtern, ohne ersichtlichen Grund angreifen oder ein starkes Anspruchsdenken an den Tag legen. Letztendlich gefährdet dies die Leistung und damit das Überleben der Herde/des Teams. Keiner ist kreativ und kann eine hohe Leistung erbringen, wenn er in so einem Umfeld arbeitet oder lebt. Die Konsequenz ist: Jeder schaut für sich, damit er/sie irgendwie ohne Schaden an dieser Person vorbeikommt.

Dominanz ist nicht per se etwas Schlechtes, es kommt nur darauf an, ob wir in der Lage sind, sie mit einem reifen Bewusstsein einzusetzen. Dominanz in der Pferdewelt hat zwei Funktionen. Sie dient dazu, klare Grenzen zu setzen und die Herde zu schützen.

Bei Menschen wird dominantes Verhalten, bzw. eine klare Grenze setzen von einer Mutter eingesetzt, wenn sie ihrem Kind sagt, das Zimmer muss bis heute Abend um 18 Uhr aufgeräumt sein. An der Arbeit gilt es, einem Mitarbeiter zu sagen, dass es Konsequenzen gibt, wenn abgemachte Termine nicht eingehalten werden können. Was wichtig ist: Dieses dominante Verhalten, wie in der Pferdewelt, dient dem Wohl des Ganzen und nicht dazu, den einzelnen zu unterdrücken. Es ist wie Leitplanken zu setzen, damit ein gesundes Miteinander möglich ist.