Schimmel auf Weide

The Future is Bright?

„It Is Said That the Darkest Hour Is Just Before Dawn.“
Thomas Fuller

The future is bright? – Klingt fast naiv, wenn ich in die heutige Welt blicke. Und doch, wenn ich so schaue, was in der Natur passiert, und weiss, dass sie aus kleineren und grösseren Zyklen besteht, weiss ich auch, dass auch schwierige Zeiten wieder vorbeigehen. Warum? Weil wir ein Teil der Natur sind. Die Natur ist Meisterin darin, die Balance wiederherzustellen, im Lauf der Evolution im Gleichgewicht zu bleiben. Bekanntlich sehen wir das anhand der natürlichen Zyklen der Natur – Tag und Nacht, Jahreszeiten, Ebbe und Flut, Leermond und Vollmond, Geburt und Tod. Die natürlichen Zyklen des Menschen sind Empfangen und Loslassen, Kommen und Gehen, Bewegung und Ruhe. Auch unsere Wirtschaft bewegt sich in Zyklen von Wachstum und Stagnation, von Vorsicht und Zuversicht.

Im Gegensatz zu Zyklen sind Krisen künstlich von Menschen erzeugt. Sie finden dann statt, wenn wir zu lange in eine Richtung gegangen sind und die natürlichen Gesetze nicht berücksichtigt haben, die uns wieder ins Gleichgewicht gebracht hätten.

Warum gibt es eine Krise im Geschäft? Warum gibt es eine Krise in der Ehe? Warum kommt es zu einem Burn-out?

Weil zu vieles über eine längere Zeit unter den Teppich gekehrt worden ist. Man hat sich lange eingeredet, die Welt wäre in Ordnung, auch wenn sie das nicht war. Wenn wie bei einem Burn-out etwas aus dem Gleichgewicht gerät, überwiegen andere Gefühle wie etwa Müdigkeit, Frust oder Unzufriedenheit, und wenn diese länger andauern, entstehen daraus körperliche Symptome. Der natürliche Impuls wäre, etwas zu verändern, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, indem wir das Gespräch mit anderen suchen oder etwas an der Arbeitsbelastung ändern. Und aus irgendeinem Grund fliehen wir, möchten eine Situation nicht wahrhaben und unterdrücken sie und meinen damit, sie „sei erledigt“. Natürlich funktioniert diese Strategie nicht auf Dauer, und so fliegt sie uns irgendwann um die Ohren, und da ist sie dann: die handfeste Krise.

Der Ursprung solcher Krisen liegt natürlich weiter zurück, nämlich dort, als wir begonnen haben, uns von uns selbst zu trennen – so wurden wir von unseren wahren Gefühlen und Empfindungen abgeschnitten. Das Spüren wurde durch Denken ersetzt, Träume durch Karriere, Freude durch Wohl. Die Verantwortung für das eigene Leben haben wir an andere Menschen delegiert. Wir vertrauten mehr dem Arzt als dem, was wir im eigenen Körper spürten, wir glaubten mehr an das, was andere Leute zu uns sagten, als an das, was die eigenen Gefühle uns mitteilten, und wir glaubten mehr an das, was andere über uns denken, als an das, was wir im eigenen Herzen spürten.

So ist die jetzige Krise eine Krise des Bewusstseins

Mit 35 Jahren besteht der Mensch zu 85 Prozent aus wiederholenden Mustern beziehungsweise er lebt im Autopilotmodus. Man könnte sagen, wir gehen schlafend durch das Leben. Im Gegensatz zur Natur braucht es beim Menschen Krisen, um etwas zu bewirken. Es reicht nicht, die eigenen Impulse im Alltag umzusetzen. Es ist, als ob wir Schmerz und Unzufriedenheit einfach in Kauf nehmen, als ob sie ganz natürlich zum Leben gehören.

Um solche Krisen wahrlich zu beenden, braucht es eine Erweiterung des Bewusstseins. Obwohl wir normalerweise alles in der Welt hinterfragen und überprüfen, ist das Letzte, was wir hinterfragen, unser Bewusstsein respektive unsere Glaubenssätze.

Glaubenssätze haben weniger mit der Wahrheit zu tun, als wir denken. Oft übernehmen wir sie unbewusst, einfach weil wir sie über so einenlange Zeit gehört haben, ohne zu hinterfragen, ob sie für uns alsnIndividuum stimmig sind oder nicht, wie beispielsweise „Milch ist für Menschen gesund“. Stimmt das wirklich? Und was sind die Konsequenzen des Entscheids, Milch zu trinken, für die Lebensqualität von Kühen und ihren Kälbern? Bewusst zu leben heisst, die volle Verantwortung für unser Denken und Handeln zu übernehmen.

Positive Impact

Als Leader können wir etwas bewirken, wenn wir den Fokus in allen unseren Handlungen und Gesprächen auf das Bewusstsein legen. Beginnt einfach mit euch selbst. Blickt auf das Jahr zurück und fragt euch, welche der eigenen Glaubenssätze zur heutigen Krise in der Gesellschaft geführt haben und welche neuen Glaubenssätze es braucht, um aus der Krise zu kommen. Mit solchen Schritten fängt Bewusstseinsänderung an. Ich werde mir der Auswirkungen meiner Glaubenssätze bewusst und übernehme dadurch Verantwortung für meine Handlungen.

Statt im Büro zu fragen, was man denn nun „anders“ machen könne, fragt euer Team doch mal, welches Denken zur heutigen Situation geführt hat! Wenn ich mir der Auswirkungen meiner Gedanken bewusst bin, lautet die nächste Frage unweigerlich: Möchte ich wirklich das, was ich schlussendlich mit meinem Verhalten verursacht habe? Im nächsten Schritt folgt die Überlegung, was sich im Denken verändern müsste, sodass ich andere Resultate erzielen kann, welche für mich als Individuum mit meinen Werten übereinstimmen.

Leader zu sein in diesen Zeiten ist wirklich eine grossartige Chance, die Welt in eine positive Richtung zu verändern. Jeder, der jemals eine tiefgreifende Veränderung erlebt hat, weiss, es ist Arbeit, daran zweifelt niemand, ganz nach dem Motto „The darkest hour is just before dawn“. Euer Vertrauen in euer eigenes Talent wird jedoch den Erfolg und eine Transformation ermöglichen. Solche Leader brauchen wir jetzt. Führungspersönlichkeiten, die spürbar an jeden Einzelnen und dadurch auch an den Wandel der Gesellschaft glauben.

Onwards and Upwards

Wenn die Krise mal überwunden ist, sollte der Fokus auf unsere wahre Natur, auf bewusstes Handeln gelegt werden. Nicht einfach etwas machen, weil es so ist, ohne zu überlegen. Sich zuerst mal der Auswirkungen auf allen Ebenen bewusst werden und dann entscheiden:

Bin ich bereit, die Verantwortung für meinen Entscheid zu übernehmen? Neue Fragestellungen führen zu neuen Überlegungen und dies zu neuen Wegen – zu einem neuen Bewusstsein. Der Aufschwung folgt von selbst – denn die Entwicklung des Einzelnen wird sich in der Entwicklung des Unternehmens widerspiegeln. Auch wenn ihr eher faktisch denkende Menschen seid – ein Versuch ist es wert, oder?

Dieser Beitrag wurde zuerst im Ladies Drive, Winter 2021, veröffentlicht.

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