Lebst du in der Vergangenheit?
Diese beiden Hengste erleben Stress, zum Beispiel wenn sie im Frühjahr um Stuten kämpfen oder wenn Raubtiere in der Nähe sind und sie die Herde schützen müssen.
Im Gegensatz zu Menschen halten sie den Stress jedoch nicht in ihrem Kopf und damit in ihrem Körper lebendig, wenn das Ereignis vorbei ist. Schaue dir ihre Körpersprache auf dem Bild an. Beide Pferde sind völlig entspannt.
Pferde würden in freier Wildbahn nicht überleben, wenn sie nicht in ihren natürlichen Zustand der Ruhe und Entspannung zurückkehren würden, sobald ein stressiges Ereignis vorüber ist. Mit anderen Worten: sie leben in der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit.
Jedes Mal, wenn wir mit jemandem über eine herausfordernde Situation sprechen (die sich als ein von unserem Ego geschaffenes Drama zeigt, um die Aufmerksamkeit anderer zu erhalten), durchlebt unser Körper dieselben Emotionen. Er kann nicht unterscheiden, ob der Stress real ist oder nur aus unserer Geschichte stammt, die wir uns selbst und anderen immer wieder erzählen. Unser Körper reagiert auf die gleiche Weise und schaltet in den Kampf-oder-Flucht-Modus und schickt Stresshormone durch den Körper.
Wir alle wissen, dass dies nicht gesund ist, und doch befinden wir uns immer wieder in diesem Zustand. Überlege dir mal, warum du immer wieder die Vergangenheit entweder in deinem Kopf oder in Gesprächen mit anderen wiederholst. Was bringt es dir?
Es ist wesentlich wichtiger, aus Erkenntnissen der vergangenen Situation zu lernen und diese in deinen Alltag zu integrieren.
