Kopf oder Herz?
Erst als der Stress vom letzten Jahr im alten Stall weggefallen war, merkte ich, wie sehr die Situation mich belastet hatte. So oft redete mir mein Kopf zu: «Komm schon, der Ort ist viel zu schön, um einfach aufzugeben, so etwas findest du nie wieder. Ich werde eine Lösung finden – es muss doch irgendwie gehen.»
Es kann gut sein, dass ich so einen Stall in dieser Form nicht mehr finde, aber es gibt Alternativen, die auf einer anderen Ebene Schönheit bieten. Das ist die Schönheit, die von innen kommt und die im Herzen spürbar ist. Es ist ein willkommener Gesichtsausdruck, die Freude am Pferd, es ist eine Bemerkung wie «Wie geht es den Pferden?», es ist auch eine ruhige Präsenz, die wohlwollend ist und gut tut.
Rückblickend staune ich, wie viel ich ausgehalten habe, nur weil ich mir so sehr wünschte, an diesem wunderschönen Ort zu bleiben. Die Pferde haben es doch so gut, und ich habe vieles andere, das mir nicht passte, einfach ausgeblendet. Und jetzt, wo ich im neuen Stall bin, merke ich, wie die Freude, in den Stall zu gehen, wiedergekommen ist. Ich konnte loslassen, das Vertrauen in die Stallführung war wieder da. Auch den Pferden merkt man es an, ihr Blick hat sich verändert. Ich glaube, die Situation hat uns alle belastet.
Man kann nach aussen hin die schönsten Dinge im Leben haben, aber wenn man dabei innerlich nicht zufrieden ist, muss sich etwas ändern, sodass das Herz wieder lachen kann.
Eine Frage an dich: Worauf hörst du, wenn dein Kopf und dein Herz nicht im Einklang sind?
